szmmctag

  • Efeu (Hedera helix)

    Der Efeu ist eine immergrüne Schlingpflanze: aus einem holzigen Wurzelstock wachsen runde verästelte Zweige, die auf 3 - 20 m Länge an Baumstämmen emporkriechen und ihre dunkelgrünen, drei- bis fünflappigen Blätter zu dem Blattwerk ihrer "Stütze" hinzugeben. Tatsächlich ist der Efeu eine Liane - die einzige in Mitteleuropa - und eine traditionelle Heil- und Kultpflanze. Einstmals war er dem Weingott Dionysos (lat. Bacchus) geweiht, dessen Anhänger sich Stirnkränze flochten, um der berauschenden Wirkung des Weines zu widerstehen. Aber auch seiner heilenden Kräfte zuliebe wurde der Efeu im antiken Griechenland verehrt: Hippokrates und Dioskurides wendeten ihn zur Linderung von Durchfall, Milz- und Kopfleiden an. Auch im Mittelalter wurde Efeu noch zur Linderung von Hautleiden eingesetzt, bevor seine wertvollen Eigenschaften mehr und mehr in Vergessenheit gerieten.
    Erst in neuerer Zeit haben französische Apotheker den Efeu als Heilmittel wiederentdeckt. Sie konnten in den Efeublättern einen hohen Gehalt an Flavonoiden, Triterpensaponine, Polyinen, Sterolen und ätherischen Ölen nachweisen. Dieser Wirkstoffkombination ist zu verdanken, dass pharmakologische Trockenextrakte aus den Efeublättern hervorragende Mittel gegen alle Formen des krampfhaften Hustens darstellt, vor allem auch Keuchhusten. Sowohl die Kommission E als auch die ESCOP (siehe vorher Einträge) befürworten Arzneimittel aus Efeublätterextrakten zur Anwendung bei Atemwegsentzündungen, insbesondere bei chronischen Bronchialerkrankungen. Vorsicht: alle Pflanzenteile des frischen Efeus sind giftig, besonders vor den im Herbst reifenden kleinen schwarzen Beeren sollten Kinder gewarnt werden.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Dost, Wilder Majoran (Origanum vulgare)

    Der Echte Dost oder Oregano ist ein enger Verwandter des Majorans, beide entstammen der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Während der Majoran in Deutschland zu den bedeutensten kultivierten Gewürzpflanzen gehört, sind die Anbaugebiete des Dost eher um den Mittelmeerraum zu finden - dort wurde das aus dem Dost gewonnene und heute weltweit verbreitete Gewürz Oregano (von griech. Oros = Berg und Ganos = Schmuck) als erstes intensiv in der griechischen, italienischen, spanischen und türkischen Küche verwendet.
    Der Dost wächst an sonnigen, steinigen Böschungen, auf Kalk- und kieselerdehaltigem Grund, an Waldrändern und auf Magerwiesen.
    Der Dost ist eine krautige Pflanze, die einen vielästigen Wurzelstock mit verholzten Ausläufern bildet. Er wächst ca. 50 cm hoch, auf einem aufrechten, rötlich überlaufenen Stengel. Die gestielten Blätter sind in etwa oval, kreuzgegenständig angeordnet, und wie der Stengel behaart. Sie laufen zumeist in Spitzen aus. Die Blütenstände tragen zahlreiche rosa- bis purpurrot-farbene Lippenblüten, die an den Stengelende Scheinähren bilden. Sie sind ein beliebter Treffpunkt von Bienen und Schmetterlingen.
    Der Dost wird in der traditionellen Heilkunde gegen ein breites Spektrum von Erkrankungen eingesetzt: Hippokrates diente der Dost z.B. als Heilmittel gegen Hämorrhoiden. Aufgrund seines enormen Anteils an Phenolen wird der Dost aber von Alters her als Hustenmittel eingesetzt - er ist eines der stärksten natürlichen Antibiotika.
    Weitere überlieferte Einsatzgebiete sind Hals-, Mund- und Rachenentzündungen, Verdauungstörungen und Menstruationsbeschwerden. Der Dost ist leider ein eher seltener Bestandteil von Erkältungs- oder Magen- und Darmtees - diese Präparate sind aber durchaus empfehlenswert.
    Man kann den Dost auch äußerlich als Desinfektionsmittel von Wunden einsetzen, hier sollte jedoch gesagt werden, dass er unverdünnt stark die Haut reizen kann und somit nur unter Vorbehalt äußerlich eingesetzt werden sollte.
    Der Dost ist reich an Gerbstoffen, Bitterstoffen, ätherischem Öl, Thymol, und Carvacrol. Aus den nachgewiesenen Indikationen dieser Pflanzenwirkstoffe lassen sich die oben genannten traditionellen Verordnungen nur bestätigen - für die Wirksamkeit des Dost bei Erkrankungen der Verdauungsorgane und Erkrankungen der oberen Atemwege liegen sogar schon gesicherte Studien vor, die seine Wirksamkeit bestätigen.
    Er sollte allerdings nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, da in diesem Zusammenhang noch keine Studien existieren. Im alten Griechenland wurde der Dost aber zum Einleiten von Geburtsvorgängen benutzt, daher sollte man Vorsicht walten lassen.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Dill (Anethum gravolens), ugs. Gurkenkraut oder Kümmerlingskraut

    Die Geschichte des Dills als Gewürz und Heilkraut reicht bis weit in die Antike zurück: schon zu Zeiten des alten Ägypten wurde Dill entsprechend verwendet, wie antike Papyri belegen, z.B. wird die Pflanze im Papyrus Ebers erwähnt, einem der ältesten Bücher der Welt - und dem größten Buch der Heilkunst aus dem alten Ägypten. Es heißt auch, dass sich römische Gladiatoren mit Dillöl einrieben, bevor sie in die Arena zogen. Der hierzulande verbreitete Name des Dills stammt jedoch aus dem Norwegischen - dilla bedeutet beruhigen, ein Hinweis auf die Heilkraft der Pflanze. Eine beruhigende Wirkung schreibt dem Dill auch die große Hildegard von Bingen zu: nach ihr ist er ein geeignetes Mittel zur "Unterdrückung sinnlicher Triebe".
    Der Dill gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Das einjährige Kraut wächst bis zu einem Meter hoch aus einer dünnen, spindelförmigen Wurzel. Seine äußerst feinen, fadenförmigen Blätter changieren vom Hellgrünen bis ins Bläuliche und sind doppelt gefiedert. Sie wachsen aus einer stengelumfassenden Blattscheide, ähnlich dem Fenchel (deshalb auch der volkstümliche Name Dillfenchel). Die gesamte Pflanze riecht deutlich nach dem typischen Aroma des Dills. Die gelblichen Blüten stehen in Dolden mit bis zu 15 cm Durchmesser. Die eiförmig bis runden Früchte tragen markante Rippen. Sie lassen sich leicht teilen und zerfallen in zwei Teilfrüchte.
    Aufgrund seines hohen Anteils an ätherischen Ölen (Frucht: Carvon, Limonen, Anethofuran, α- und β-Phellandren, Myrcen, α-Pinen, Carveol, Dihydrocarvon; Kraut: α- und β-Phellandren, Limonen, Anethofuran; Wurzel: Dillapiol, Apiol) eignet sich der Dill hervorragend als Karminativa - als Mittel zur Behandlung von Blähungen. Die ätherischen Öle haben einen entspannenden Effekt auf die Darmmuskulatur und einen gärungshemmenden Effekt auf die Darmflora.
    Häusliche Anwendungen:
    - Aufguss: 1 - 2 Teelöffel Dillsamen zerquetschen, mit kochendem Wasser überziehen, ziehen lassen. 2 mal täglich eine Tasse davon trinken. Wirkt bei Magenkrämpfen, Blähungen und Verdauungsbeschwerden.
    - Sitzbad: eine Handvoll Dillsamen zerquetschen, mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen. Dem lauwarmen Badewasser beifügen. Wirkt bei Hämorrhoiden.
    Der Dill ist darüber hinaus für seine gute Verträglichkeit bekannt. Gravierende Nebenwirkungen sind nicht berichtet worden, bei Kontakt der Haut mit dem frischen Pflanzensaft können in Verbindung mit Sonnenlicht Hautveränderungen ausgelöst werden - der Pflanzensaft wirkt phototoxisch durch seinen hohen Gehalt an Furanocumarinen.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Chinarindenbaum (Chinchona pubescens, Chinona succirubra)

    Der Chinarindenbaum gehört zu den am längsten bekannten exotischen Heilpflanzen. Obwohl er unbehandelt für Omas Apotheke nicht sonderlich von Wert wäre, lässt er sich in anderer Form dennoch in vielen Hausapotheken wiederfinden: in potenzierter - also homöopathisch aufbereiter Form. Die Chinarinde verdankt ihren Eintrag hier vor allem der Tatsache, dass sie die Substanz ist, mit der Samuel Hahnemann - Begründer der homöopathischen Lehre - seine ursprünglichen Versuche durchführte.
    Diesen Umstand verdankt die Chinarinde, die früher wie heute vor allem aus Kulturen in Ostindien und Afrika stammt, ihrem Hauptwirkstoff Chinin. Das Chinin hat sich als wirksames Mittel gegen Fieber und vor allem die tückische Malaria erwiesen, aus kostengründen wird es heute jedoch bevorzugt synthetisch hergestellt (Wirkstoff Chloroquin).
    Die Chinarinde gehört zur Familie der Krappgewächse, der in den Tropen mehrere große Bäume angehören. Ihr von einer rotbraunen Rinde ummantelter Stamm erreicht eine Höhe von bis zu 25 Metern. Die Krone ist reichbelaubt: gegenständige Blätter von elliptischer Form, ca. 30 cm lang, oft dicbehaart und auf der Unterseite von nahezu roter Farbe, stehen an etwa 3 bis 4 cm langen Stielen. Die Röhrenblüten sind von rosaroter Farbe.
    Die überlieferten Anwendungsmöglichkeiten der Chinarinde sind fieberhafte Erkrankungen, Erkältungen und - wie gesagt - Malariaerkrankungen. Sie wird in den Ländern ihrer Herkunft aufgrund ihres hohen Alkaloidgehalts auch bei Herzrhytmusstörungen und Verdauungsstörungen angewendet.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Cayennepfeffer oder Chilli-Paprika (Capsicum frutescens)

    Der aus Lateinamerika stammende Cayennepfeffer oder Chilli-Paprika gehört zu den Nachtschattengewächsen, zu deren Familie (lat. Solanaceae) auch heimische Giftpflanzen wie Tollkirsche oder das Binsenkraut gehören.
    Es handelt sich beim Cayennepfeffer um ein recht beständiges – in unseren Breiten einjähriges – Kraut, das zwischen 20 und 100 cm hoch wächst. Sein einer Pfahlwurzel entspringender holziger Stengel trägt annäherend ovale Blätter, die ebenso wie die Blüten vereinzelt stehen. Die Blüten selbst sind weiß oder gelblich, in seltenen Fällen violett. Die Früchte bilden ca. 5 - 10 cm lange, ledrig glänzende Schoten, die rot, gelb oder grün sein können. Sie sind voller Samen, die an den verdickten Innenwänen ansitzen, sogenannten Plazentaleisten. Aus diesen wird der Hauptwirkstoff dieser Heilpflanze – das Capsaicin – gewonnen. Die Früchte werden im Hochsommer geerntet. Charakteristisch für die Frucht ist ihr immens scharfer, leicht bitterer Geschmack.
    Dieser Geschmack, der den Cayennepfeffer als Gewürz weltberühmt gemacht hat, beruht auf seinen medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen: den Capsaicinoiden – Capsaicin als prominentester Vertreter allen voran. Dieser Geschmacksstoff reizt die Schmerz- und Wärmerezeptoren von Haut und Schleimhäuten und bewirkt dadurch eine drastisch gesteigerte Durchblutung, ohne dass es zu einer Zellschädigung kommt. Auf die Hauterregung folgt indes eine Phase der Unempfindlichkeit, die sich einerseits analgetisch (schmerzlindernd) bemerkbar macht, andererseits auch andere chemische Reize wirksam unterdrückt. Durch die stark durchblutungsfördernde Wirkung werden kleinere lokale Entzündungen meist wirkungsvoll beseitigt.
    Daher befürwortet die Kommission E die äußerliche Anwendung von Cayennepfefferzubereitungen bei schmerzhaften Verspannungen im Bereich des Bewegungsapparates, zusätzlich als äußerlich anwendbares Analgetikum bei rheumatischen Beschwerden (Rheumasalbe). Es soll aber darauf hingewiesen werden, den Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten möglichst zu vermeiden. Eine Überdosierung kann außerdem zu einer irreparablen Schädigung von Nervenendigungen führen – dies ist jedoch bei den bei uns handelsüblichen Präparaten – Salben oder Pflastern – nicht zu erwarten, selbst bei mehrfacher täglicher Anwendung. Eine starke Hautrötung und Überwärmung ist jedoch immer zu erwarten. Sollten diese Symptome dem Anwender zu stark erscheinen, kann das Präparat mit kaltem Wasser einfach entfernt werden.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Blassfarbener Sonnenhut (Echinacea pallida)

    Der Blassfarbene Sonnenhut ist Natuheilkundlern besser bekannt unter seinem lateinischen Namen Echniaceae. Dieser ca. 60 - 180 cm hohe Korbblütler gilt als Allzweckwaffe der Pflanzenheilkunde, besonders im Sinne präventiver Maßnahmen: seine immunstimulierende Wirkung wird sehr gelobt, teils aber sicher auch übertrieben. Die Pflanze war schon im 18. Jahrhundert bei nordamerikanischen Eingeborenen im Einsatz, wurde formal im Jahre 1895 als Medizin Nordarmerikas anerkannt.
    Das Kraut wächst einzeln oder in kleinen Gruppen auf eher sandigem Untergrund - so unter anderem in der Prärie und auf Sandbänken. In Europa werden Teile der Sonnenhut-Familie (z.B. Rudbeckia) als Zierpflanzen gehalten.
    Die ausdauernde Staude überwintert dank einer großen Pfahlwurzel. Ihr entwachsen raue Stengel, die im unteren Teil hohl, unter dem Blütenkopf hingegen verdickt sind. Die gegen- oder wechselständigen, länglichen, leicht elliptischen Blätter sind ganzrandig und auf beiden Seiten behaart. Die Blütenblätter sind blaß purpurfarben bis zart-rosa.
    Die ESCOP und die Kommission E (siehe vorhergehende Beiträge) empfehlen die Einnahme der Echinacea-Wurzel zur unterstützenden Therapie grippeartiger Infekte. Die ESCOP empfiehlt darüber hinaus die Einnahme der Wurzel zur Vorbeugung gegen Erkältungen.
    Wissenschaftlich kontrollierte Studien haben ergeben, dass die Einnahme von Kapseln aus dem Extrakt der Sonnenhutwurzel die Aktivität besimmter Fresszellen des Immunsystems erheblich steigern konnte. Da dem Kraut selbst ebensolche Wirkungen nachgesagt werden, soll hier nochmal ausdrücklich gesagt werden: die Wirkung des Krauts ist im Gegensatz zu seiner Wurzel nicht wissenschaftlich nachgewiesen und wird weder von ESCOP noch Kommission E empfohlen.
    Die Wirkung der Wurzel ist auf besimmte langkettige Kohlenhydrate zurückzuführen, daneben Kaffesäureverbindungen und ätherische Öle. Die Pflanze hat somit zusätzlich zu den Effekten auf das Immunsystem eine schwach antibiotische Wirkung. Verwendet werden Fertigpräparate, die es in allen Formen zu Kaufen gibt: Tabletten, Dragees oder Tropfen. Die empfohlene Tagesmenge sollte 900 mg Droge nicht überschreiten.
    Aber Vorsicht: Da der Blassfarbene Sonnenhut zu den Korbblütlern gehört, ist sein allergisches Potential nicht unerheblich. Viele Menschen reagieren auf Korbblütler allergisch - nehmen sie deshalb kein Echniaceae-Medikament länger ein, wenn unerwünschte Nebenwirkungen wie Hautausschlag, Juckreiz, Gesichtsschwellung oder Atemnot auftreten.
    Sie sollten kein Echinaceae-Präparat einnehmen, wenn sie unter einer dauerhaften Erkrankung des Immunsystems wie AIDS oder multipler Sklerose leiden. Gleiches gilt für die gekoppelte Einnahme mit Medikamenten, die das Immunsystem herunterfahren sollen, z.B. Cortison - insbesondere nach einer Organtransplantation; verzichten sie hier lieber auf die Einnahme, da es sonst sogar zu Organabstoßungen kommen kann.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Beinwell (Symphytum officinale), ugs. Wallwurz

    Der Beinwell gehört zu der Familie der Raublatt- oder Borretschgewächse. Er entstammt damit einer weltweit verbreiteten Familie, die etwa 150 Gattungen und über 2500 Arten enthält.
    Der Beinwell gedeiht vor allem da, wo's feucht ist - er bevorzugt demnach feuchte Bachufer, Wiesengräben und Teichränder. Er ist eine in ganz Europa verbreitete, relativ anspruchslose Pflanze, deshalb auch der Schrecken manchen Heimgärtners. Sein aufrechter, behaarter und fleischiger Stängel wächst auf eine Höhe von bis zu 120 cm. Seine langen, wechselständigen Blätter, ebenfalls borstig behaart, stehen herablaufend am Stängel. Seine in Glocken herabhängenden Blüten sind purpurfarben- bis violett, seltener gelblichweiß. Er blüht von Anfang April bis zum September.
    Der pharmakologisch wichtigen Anteile des Beinwell sind seine Blätter und vor allem die außen schwarzen Wurzeln. Ihre Erntezeit sind März und April sowie Oktober und November.
    Der Beinwell wird schon von Alters her als Heilpflanze benutzt. Sein altdeutscher Name verrät schon, dass seine überaus positiven Eigenschaften auch unseren Altvorderen nicht verborgen geblieben sind: so stammt denn auch das Wort "Bein" von dem menschlichen Gebeinen und das Wort "Well" steht in etwa für Wachsen oder Heilen. Angeblich hat die legendäre Hildegard von Bingen dem Kraut seinen Ruf eingebracht, es wird zumindest in ihrem Werk unter dem lateinischen Namen Consolida beschrieben (lat. consolidare = Zusammenwachsen).
    Die Kommission E befürwortet die Anwendung des Beinwells als äußerliche Anwendung bei allen Arten von stumpfen Traumen: Bänderverletzungen wie Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen. In der traditionellen Volksheilkunde wird der Beinwell auch bei Frakturen, rheumatischen Erkrankungen sowie als Mundwasser bei Zahnfleischbeschwerden angewandt. Man sagt ihm auch eine Wirkung gegen Durchfall und zur Linderung von Magengeschwüren nach - von einer inneren Anwendung sieht man heute aber gänzlich ab (siehe unten).

    Seine pharmakologische Wirkung ist vor allem auf den Wirkstoff Allantonin zurückzuführen. Er bewirkt eine deutliche Beschleunigung der zellulären Regeneration und wird deshalb auch gerne von der Kosmetikindustrie in verschiedenen Salben, Sonnencremes und Rasierwassern eingesetzt. Zusätzlich entfaltet der Wirkstoff Cholin eine antiödematöse (abschwellende) Wirkung und fördert die Hyperämisierung (verbesserte Durchblutung) des behandelten Gewebes.
    Erhältlich sind Fertigpräparate in Form von Salben oder Cremes, die eine gute Wirkung entfalten (Reformhaus- oder Apotheke). Alternativ können durch Abkochung der Wurzel selbst Umschläge hergestellt werden:
    - Umschlag: ca. 100 g Wurzel mit einem Liter Wasser überkochen, 10 Minuten ziehen und dann abseihen. Noch warm für die Umschläge benutzen.
    Nebenwirkungen sind keine beschrieben, das allergische Potential ist relativ gering. Von einer inneren Anwendung wird heute aber strikt abgeraten, da der Beinwell krebserrgende und leberschädigende Substanzen enthält.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Baldrian (Valerian officinalis)

    Der Baldrian gehört wiederum zu den anerkanntesten Heilpflanzen in Deutschland - vor allem seine beruhigende Wirkung hat ihn bekannt gemacht. Der Botanische Name enthält das Lateinische Wort "valere" - gesund sein, was schon als ein deutlicher Hinweis auf die althergebrachte Heilkraft dieser Pflanze gewertet werden kann.
    Der Baldrian ist an feuchten Bach- und Flußufern zu finden, manchmal auch auf moorigen Wiesen - ein Hinweis auf seine Vorliebe für torfige Böden. Man findet ihn gelegentlich aber auch an Weg- oder Waldrändern, manche Arten lassen sich gar für Parkanlagen kultivieren.
    Der Baldrian bildet einen kräftigen Wurzelstock, aus dem ein etwa 50 - 100 cm hoher, oft endgradig verzweigerter Stängel mit gegenständigen Blättern wächst. Die Blätter werden durch 9 - 21 unpaarige Fiedern gebildet, deren Rand man als gezähnt gelten lassen kann. An den Stengelenden befindet sich je ein Blütenstand mit blassrosa gefärbten kleinen Blüten, die zwischen Mai und September erscheinen. Die frische Pflanze hat keinen charakteristischen Geruch an sich, allenfalls die frische Wurzel.
    Der pharmakolgisch relevante Teil des Baldrians ist denn auch seine Wurzel. Sie wird von September bis Oktober geerntet und ist reich an Mono- und Sesquiterpenen - sogenannten Valerensäuren. Diese Alkaloide - in Zusammenarbeit mit den teils recht streng riechenden ätherischen Ölen, machen die beruhigende Wirkung des Valerians aus: Die Kommission E und die ESCOP (siehe unten) befürworten Baldrianpräparate als zuverlässige Mittel bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafbeschwerden.
    Besonders in Kombination mit anderen pflanzlichen Zubereitungen wie Hopfen, Hafer oder Passionsblume erweist sich der Baldrian als zuverlässiges Beruhigungsmittel ohne große Nebenwirkungen. Aber Achtung: Kurze Zeit nach der Einnahme kann die Reaktionsfähigkeit etwas herabgesetzt sein, deshalb sollte man das Steuer seines Autos meiden. Berichtete Nebenwirkungen umfassen Zittern und Magenkrämpfe, generell sind Nebenwirkungen bei Baldriananwendungen aber selten.
    Der Baldrian ist in Fertigpräparaten im Reformhaus oder in der Apotheke in allen erdenklichen Zubereitungen zu erhalten: als Dragees, Tinktur, Tropfen oder Tabletten. Die Anwendung der getrockneten Baldrianwurzel als Tee ist aber vorzuziehen, wenn man eine schonende Weiterverarbeitung garantieren will.
    Tee: 2 Teelöffel zerkleinerte Wurzel mit einer Tasse kaltem Wasser übergießen und ca. 8 Stunden stehen lassen. Dann warm trinken. Abends oder bei Bedarf eine Tasse.
    Alternativ: 1 Teelöffel mit einer Tasse kochend heißem Wasser überbrühen, abseihen wie oben einnehmen - Abends vorm Zubettgehen oder bei Bedarf.
    Die Tagesdosis sollte laut Empfehlung der ESCOP 2 - 3 g getrocknete Baldrianwurzel nicht übersteigen.
    Anstelle des Tees kann man mit der getrockneten Baldrianwurzel auch ein herrlich entspannendes Bad anrichten: 100 g Wurzel mit ca. 2 Liter Wasser in einem Kochtopf zum Kochen bringen, nach ca. 10 min abseihen und dem Badewasser zugeben.
    Achtung: Baldrianzubereitungen sollten nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden, da hierüber noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Bärlauch (Allium ursinum), ugs. Waldknoblauch

    Bärlauch ist relativ leicht in der freien Wildbahn zu finden: auf feuchtem, humusreichen Boden von Laub- und Auenwäldern bildet der Bärlauch große Kolonien. Der Bärlauch gehört zu der in ganz Europa verbreiteten Familie der Liliengewächse (Liliaceae), im Frühjahr beginnt er zu keimen und treibt 2 - 3 elliptische, lanzenförmige Grundblätter aus, die durch ihr saftiges Grün und den typischen knoblauchartigen Geruch auffallen. Diese Eigenschaft gibt ihm auch seinen Namen, den er gehört zu den aromatischen Pflanzen, die angeblich den Bären nach seinem Winterschlaf als erste Nahrung dienen.
    Erst später wächst dann der Blühstängel auf eine Wuchshöhe von 20 bis 50 cm. Er trägt an seinem Ende einen doldenförmigen Blütenstand, der mit zahlreichen schneeweißen, sechszipfligen Blütensternen überdeckt ist.
    Die immerhin zwei bis drei Millimeter großen Samen des Bärlauchs haben kleine fleischige Anhängsel (Elaiosomen), die ihre Verschleppung durch Ameisen und damit das Überleben der Art sicherstellen. Der Bärlauch beendet gegen Ende Mai seine Blühzeit und zieht dann wieder in die Erde ein - es handelt sich somit um ein mehrjähriges Kraut.
    Bärlauch ist eine alte Heilpflanze: seine positiven Wirkungen waren schon den Germanen bekannt. Der Überlieferung nach wird er in der Volksheilkunde zur Behandlung von Blähungen, Bluthochdruck und bei Verdauungsstörungen eingesetzt.
    Pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe sind: Allicin - eine schwefelhaltige Verbindung, die auch für den typischen knoblauchartigen Geruch der Pflanze verantwortlich ist, Vitamin C, Vinylsulfid, Mercaptan, Mineralsalze, Eisen, Schleim und Zucker.
    Die Wirkung dieser Inhaltsstoffe lässt sich wie folgt zusammenfassen: allgemeine Stärkung des Immunsystems, antibakterielle Eigenschaften, Lipid- und cholesterinsenkende Wirkung (beeinflusst den Fettstoffwechsel günstig!), stoffwechselanregend. Daraus ergeben sich eine Reihe von Indikationen: begleitend bei Verdauungskrankheiten und Magenbeschwerden, bei Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und deren Folgen, zur Arteriosklerose-Prävention bei Fettstoffwechselstörungen, bei Rheuma, fieberhaften Infekten wie z.B. erkältungsbedingtem Schnupfen oder Bronchitiden.
    Die Inhaltsstoffe sind nur in den frischen Blättern vorhanden, getrocknet verlieren die Blätter ihre Wirkung schnell. Es gibt allerdings heute genügende Fertigpräparate in den Reformhäusern beziehungsweise Apotheken, wobei wie immer eine frische Zubereitung - nicht zuletzt wegen des tollen Geschmacks - zu bevorzugen ist.
    Zu beachten: Es kommt beim Pflücken immer wieder zu Verwechselungen mit der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) - hierbei handelt es sich um eine äußerst gefährliche Pflanze, die mitunter tödliche Vergiftungen hervorrufen kann. Die beste Kontrolle ist also, die potentiellen Bärlauchblätter zwischen seinen Fingern zu verreiben, dabei sollte der bekannte Knoblauchgeruch haften bleiben. Zu bedenken ist aber, dass der Geruch lange anhaften kann und somit spätere "Kontrollen" leicht zu falschen Ergebnissen führen - daher ist auch auf die Zerreibefähigkeit der Blätter zu achten: die Blätter des Bärlauchs lassen sich sehr gut zerreiben, die der Herbszeitlose nicht sonderlich gut!
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

  • Große und kleine Brennnessel (Urtica diocica, Urtica urens)

    Sie haben es beinahe vermutet: die Brennnessel gehört zur Familie der Brennnesselgewächse! Ihr lateinischer Name leitet sich vom Wort "urere" ab, was soviel wie "brennen" bedeutet. Dieses unangenehme Gefühl stellt sich ein, wenn die Haut mit den Brennhaaren der Brennnessel in Kontakt kommt: dabei wird nämlich ein ungefährliches Nesselgift frei, dass eine lästig-juckende Hautreaktion - eine Quaddel - auslöst.
    Die Brennnessel wächst 50 - 150 cm hoch, bevorzugt auf stickstoffreichen Böden. Die gestielten, gegenständig angeordneten Blätter sind etwa herzförmig und haben einen grobgesägten Rand. Ihre Blüten, grünlich-weiß gefärbt, hängen in kleinen Rispen aus den Blattachseln herunter.
    In der Volksheilkunde werden die Brennnesselblätter bei Blasen- und Harnwegsproblemen, aber auch bei rheumatischen Muskelschmerzen eingesetzt, außerdem zur Pflege der Haare und Kopfhaut. Die Wurzel dient laut Überlieferung zur Linderung bei entzündlichen Ödemen, Rheuma, Gicht und Prostatabeschwerden.
    Sowohl die Kommission E als auch die ESCOP(siehe unten) haben die Anwendung von Brennnesselblättern bei rheumatischen Beschwerden und Harnwegsentzündungen befürwortet, die Anwendung der Wurzeln bei Prostatahyperplasien (abnormes Wachstum der Prostata).
    Pharmakologisch wirksam erweisen sich als Inhaltsstoffe der Blätter: Chlorophyll, ätherische Öle, Wachs, Flavonoide, Kaffesäurederivate, verschiedene Mineralien (Eisen, Calcium- und Kaliumsalze, Magnesium u.a.) und Aminosäuren. Die frischen Schosse enthalten hohe Mengen an Vitamin C, die Wurzeln enthalten Gerbstoffe, Phytosterole, Lignane und Lectine sowie wasserlösliche Polysaccharide.
    Brennnesselpräparate werden in Form von Kapseln, Dragees, Presssäften und Tees angeboten. Die Präparate aus dem Reformhaus haben oft eine genügende Qualität, besser - und vor allem deutlich billiger - ist jedoch, die Bestandteile selbst zu ernten und zu verwenden.
    Hier nun einige wirksame Zubereitungen und ihre Indikationen:
    Tee: 4 Teelöffel zerkleinerte Blätter mit eine Tasse kochend heißem Wasser überbrühen und ca. 10 min ziehen lassen. 2 - 3 Tassen pro Tag bei Blasenentzündung.
    Haarwasser: 2 Hände voll frischer Blätter mit 3 dl Alkohol (70 %) übergießen, mit destiliertem Wasser auffüllen, 3 - 5 Tage stehen lassen und anschließend abfiltern. 1 - 2 Esslöffel pro Tag ins Haar einmassieren, um die Haare zu stärken, Spliss und Ausfall zu vermeiden.
    Tee der Wurzel: einen Teelöffel getrocknete Wurzel mit 150 ml kochend heißem Wasser überbrühen, dann 10 min ziehen lassen. Jeden Tag ca. 2 Tassen bei Prostatahyperplasien - Achtung: nur in Verbindung mit ärztlicher Abklärung und Absprache bitte. Wenn Sie sich nicht sicher sind, woher Ihre Beschwerden stammen, konsultieren Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker!
    Zu Nebenwirkungen kommt es mit Brennnesselpräparaten nur selten - Zubereitungen aus den Blättern können Hautausschläge verursachen, gelegentlich kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Brennnesselpräparate nicht verwendet werden, weil in diesem Zusammenhang bisher keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren wollen, besuchen Sie bitte meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin
    Add to Technorati Favorites

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.